Theodor bar Kōnī
DER NESTORIANER UND DER ḤANĪF
Ein religiöses Streitgespräch aus dem Scholienbuch des Theodor bar Kōnī
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Beschreibung
786 – Das hier erstmals in deutscher Sprache vorgelegte syrische Traktat über ein apologetisches Streitgespräch zwischen einem Nestorianer und einem „Heiden“ (syr. hanpâ) bildet das zehnte Buch des sogenannten Scholienbuches (ketâbâ deskôlyôn) des nestorianischen Mönchs und Lehrers Theodor bar Kônî, der aus dem südmesopotamischen Kakar stammt. Das Scholienbuch ist das einzige auf uns gekommene Werk dieses syrischen Kirchenschriftstellers und besteht in seinen ersten neun Büchern aus einem Kommentar zum Alten und Neuen Testament, dem neben dem vorliegenden Traktat als zehntem Buch noch ein elftes über die christlichen und nicht-christlichen Häresien angefügt ist. Die meisten Gelehrten gehen heute davon aus, daß das Scholienbuch im Jahre 792 n. Chr. verfaßt wurde ... (Aus der Einleitung)
In dem fiktiven Streitgespräch versucht der Nestorianer, den Hanîfen für seinen Glauben zu gewinnen, was dieser jedoch zunächst ablehnt, wobei er sich aber im Laufe der Diskussion immer mehr von dem Nestorianer überzeugen läßt. Doch wer oder was sind eigentlich „Hanîfen“? Zwar wird dieser Begriff sowohl in syrischen als auch islamischen Quellen synonym zum Begriff „Muslim“ verwendet, doch scheint sich unser „Hanîf “ theologisch nicht gänzlich mit dem Islam in Deckung bringen zu lassen, sondern eine Art Zwitterwesen aus Islam und Christentum zu bilden, was zu der spannenden Frage führt, ob wir es hier nicht mit einer bisher unentdeckten Vorstufe zum Islam zu tun haben. Hierfür spricht unter anderem, daß islamische Quellen von vorislamischen Monotheisten in Arabien berichten, die diesen Namen tragen. (Vgl. Klappentext)